ALASKA Follow-up: Und er reitet in den Untergang, der Deutsche Don Quichotte! - Update
Am vorletzten Wochenende konnten wir einem formidablen Stück Deutschen Außenpolitischen Staatstheaters beiwohnen. Der Bundeskanzler hatte einige Westeuropäische WILLIGE zum Gespräch mit dem Stichwortgeber seit 2014 für die (West-) Europäische Innen- und Außenpolitik nach Berlin geladen, um den doch noch angereisten amerikanischen Verhandlungsführern (da war man sich nicht ganz so sicher) mit Russland ein Verhandlungsmandat für den US-Präsidenten in den Block zu diktieren. Ergebnis: Gruppenbild mit Lächeln. Europa sitze endlich mit am Verhandlungstisch der USA mit Russland. Einziger Makel - Russland war gar nicht dabei. Nun, noch bevor unsere Experten den Bundeskanzler zum Größten Deutschen Außenminister aller Zeiten ausrufen konnten, forderte der US-Präsident unter der Woche lapidar, der durch seinen Vorgänger eingesetzte Komiker-Reichsverweser in "Kiyv" möge sich "doch endlich bewegen", damit die USA mit Russland Frieden schließen (und sich die Resteroberung im historisch südlichen Russland erhalten) können.
Unseren Don Quichotte focht all dies nicht wirklich an. Unbeirrt und offensichtlich ohne weiteren intellektuellen Input ritt er einfach weiter. Für letzten Freitag hatte er in Brüssel seine Kollegen der EU zusammengetrommelt und einen weiteren Auftritt. Die Idee war, bei den Belgiern geparktes Russisches Staatsvermögen in der EU zu verstaatlichen und einem Krieg zukommen zu lassen, den weder Deutschland, noch die EU führen. Aber davon mal abgesehen, das hat es in der Geschichte noch nie gegeben, dass das Großkapital anderem, wie auch immer konkurrierendem Großkapital ein Auge auskrazt, nicht zu Zeiten der K.u.K., noch der Bismarcks. Eigentum war immer heilig. Einige in der EU mahnte, es sei immer noch heilig.
Um die Tragweite des Geschehens in Bezug auf Russland völlig zu verstehen, mag ein kleiner geschichtlicher Rückblick genügen. Als sich die Sowjetischen Kommunisten um 1990 herum "entschlossen", ihr riesiges und besonders friedens- und befreiungspolitisch so einflußreiches Land wieder in die offene Marktwirtschaft zu überführen, gab es dort nicht wenige die meinten, nach dem "Abwerfen des kommunistischen Ballasts" würden die Spannungen mit dem Westen nachlassen, das Westliche Großkapital würde das Russische umarmen und das alte Großrussische Reich, wenn auch mit neuen, nichtadligen Eliten, wieder in ihren Kreis aufnehmen. Der Glaube an das Ende der Geschichte, von dem Francis Fukuyama sprach, war jedoch ganz offensichtlich eine freudsche Fehlleistung, wie man sie von der Russischen Intelligenz nicht gewöhnt ist. Russland wurde um den Preis des Zerfalls der Sowjetunion wieder zu einer klassischen marktoffenen Großmacht und ihre neuen Eliten folgen ganz selbstverständlich den Spielregeln des Weltkapitals. Die USA-Eliten bemerkten die neue alte Konkurrenz nach deren kurzer Konsolidierungsphase zuerst und stellten um auf wirtschaftliche und politische Totalisolation des neuen Rußland (das war mehr, als das Containment während des Kalten Krieges). Der heutige US-Präsident warnte dann allerdings noch vor seiner ersten Amtszeit seine Parteigenossen (Sen. John McCain z.B.) vor einem heißen Krieg mit Rußland. Die Demokraten Barack Obama und dann Joe Biden ließen es dennoch darauf ankommen. Und - haben diesen in der Geschichte ersten heißen (wenn auch lokal begrenzten) US-Krieg gegen Russland verloren.
Donald Trump weiß das natürlich und auch, dass er nur durch einen geostrategischen Kompromiss mit Rußland aus diesem Krieg herauskommt. Und nur er hat den Schlüssel, wie er schon so oft wiederholte. Bisher hat er auch als kritischer Nachfolger den Stecker in Ramstein und Starlink jedoch noch nicht gezogen. Etwas Verhandlungsmasse muss schon sein. Denn natürlich haben die USA ein klares Interesse, von der Bidenschen Eroberung an der südrussischen Schwarzmeerküste, für die unter der deutsch-stämmigen Zarin Katerina d. Großen mehrere Kriege mit der Türkei geführt worden waren, zu retten, was zu retten ist, wären da nicht die in Europa mal wieder zu spät Gekommenen. Und Russland scheint das sogar im Interesse eines neuen Ausgleichs mit den USA und des globalen Friedens zu akzeptieren.
Ja, und dann kommt unser Gröamaz und versucht, dieses Russland zu enteignen. Das ist so nicht gelungen. Dafür nimmt die EU ein Sondervermögen in Höhe von 90 Mrd. € zur Velängerung des Ukraine-Krieges auf. Die deutsche Bürgschaft dürfte sich nach Abzug der "Widerständler" und den verbleibenden zahlungsfähigen größeren EU-Staten auf ca. ein Drittel belaufen, was zu dem noch von Olafs "Zeitenwende" aufgelegten Sonder-Rüstungsvermögen für den deutschen Michel hinzukommt.
Aus US-Sicht kann das nur als Versuch gewertet werden, einen Anteil an dem von den Amerikanern eroberten Kuchen für sich zu sichern. Warum sollte ein Donald Trump dem zustimmen? Die Frage stellt sich unser Bundeskanzler aber gar nicht. Die Abgabe unseres Fritz von Blacktrock ins Bundeskanzleramt, das einer der größten Immobilien-Investoren der USA in Land- und Rohstoffwirtschaft der Ukraine ist, war im Sinne der US-Administration mehr als weise. Also, der EU-Enteignungsversuch ist gescheitert. Der deutsche Steuerzahler zahlt weiter für einen Krieg, den Europa nicht führt. Die traditionell russophoben Angelsachsen von der Insel haben sich rechtzeitig mit ihrem Brexit aus der EU und deren Geisterfahrern zurückgezogen und hoffen als Wurmfortsatz ihrer ehemaligen Kolonie in Nordamerika doch noch einen Anteil an der Rest-Ukraine zu bekommen (wie in Gaza). Unser Don Quichotte jedoch reitet weiter - in den (Sonnen-) Untergang.
Die USA und RUSSLAND stehen vor einer Friedensvereinbarung über die Ukraine. Sie wird einem geostrategischen neuen Ausgleich zwischen beiden gleichkommen. Die Opfer dieses unsäglichen Krieges sind - die von ihren eigenen Oligarchen verkauften Ukrainer, aber auch West- und Mitteleuropa als potentielle geostrategische Macht (auf ein Nullum reduziert). Die USA sind kein Sieger, sie haben den Krieg verloren und werden in einen neuen Ausgleich mit Russland gezwungen.
An diesem Wochenende fanden in Miami wieder wirkliche Gespräche zwischen den Vertretern der beiden Großmächte statt. Die "leise" Forderung von Steve Witkoff nach einem Trilog ist eher als Neutralisierungsmaßnahme gegen den immer noch querschlagenden Stichwortgeber für die Westeuropäischen gernegroßen Don Quichottes, den Berufskomiker in "Kiyv" einzuordnen. Der Part von Außenminister Marco Rubio an der "partiellen" Teilnahme an den Gesprächen war dann wohl eher als Briefing des ebenfalls in Miami angereisten Rustem Umerov, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, zu verstehen. Ein Trilog fand dann auch nicht statt. Die erste Äußerung von S. Witkoff: "Das Treffen war produktiv und konstruktiv. Russland schätzt die Anstrengungen der USA für eine Friedenslösung in der Ukraine und zur Wiederherstellung der globalen Sicherheit sehr." K. Dmitriev verabschiedete sich mit den Worten: "Next time in Moscow!" Mit diesen Worten war Vladimir Putin aus Alaska auch abgereist. Ja, und R. Umerov wiederholte nach den Briefings durch die amerikanische Seite die Einschätzung Witkoffs, das seine Gespräche mit den USA "produktiv und konstruktiv" gewesen seien.
Vielleicht wird das einer der letzten Schritte für einen Durchbruch bei den Ausgleichsverhandlungen zwischen Russland und den USA sein, denn das ursprüngliche Mandat des Präsidenten scheint unverändert. Soweit zu den Puppenspielertricks in Berlin.
In diesem Sinne können wir friedenspolitisch eher verhalten optimistisch auf das neue Jahr 2026 blicken, nicht wirklich für Deutschland und die EU, aber doch - für einen dauerhaften Frieden.
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